Unterschied Kreditor und Debitor: Bedeutung – Buchhaltung – Zahlungsbeziehungen – Beispiele

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Kreditor und Debitor sind wichtige Begriffe aus der Buchhaltung und beschreiben zwei unterschiedliche Seiten einer Geschäftsbeziehung. Ein Kreditor ist vereinfacht gesagt ein Gläubiger, gegenüber dem ein Unternehmen eine Verbindlichkeit hat. Ein Debitor ist dagegen ein Schuldner, der gegenüber einem Unternehmen eine offene Forderung hat. Die Begriffe helfen dabei, Geschäftsvorfälle und offene Rechnungen in der Buchhaltung eindeutig zuzuordnen.

Was ist ein Kreditor?

Als Kreditor wird in der Buchhaltung normalerweise ein Lieferant oder anderer Geschäftspartner bezeichnet, dem das Unternehmen Geld schuldet. Der Begriff kommt vom lateinischen credere, also „glauben“ oder „vertrauen“.

Ein typisches Beispiel ist ein Unternehmen, das Waren auf Rechnung kauft. Der Lieferant stellt eine Rechnung aus, aber das Unternehmen bezahlt sie erst später. Bis zur Zahlung besteht eine Verbindlichkeit gegenüber dem Kreditor.

Typische Kreditoren sind:

  • Lieferanten von Waren
  • Dienstleister
  • Handwerksbetriebe
  • Vermieter
  • andere Geschäftspartner mit offenen Rechnungen

Was ist ein Debitor?

Ein Debitor ist ein Kunde oder Geschäftspartner, der einem Unternehmen Geld schuldet. Das Unternehmen hat gegenüber diesem Kunden eine Forderung.

Beispielsweise verkauft ein Unternehmen Waren an einen Kunden auf Rechnung. Der Kunde erhält die Ware sofort, muss die Rechnung aber erst innerhalb einer bestimmten Zahlungsfrist bezahlen. Bis zur Zahlung ist der Kunde ein Debitor des Unternehmens.

Typische Debitoren sind:

  1. Kunden mit offenen Rechnungen
  2. Geschäftspartner mit Zahlungszielen
  3. Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen auf Rechnung erhalten haben

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

MerkmalKreditorDebitor
GrundbedeutungGläubigerSchuldner
Beziehung zum UnternehmenUnternehmen schuldet ihm GeldEr schuldet dem Unternehmen Geld
Typischer GeschäftspartnerLieferantKunde
Buchhalterische PositionVerbindlichkeitForderung
GeldflussUnternehmen muss zahlenUnternehmen erwartet Zahlung
BeispielLieferant stellt RechnungKunde erhält Rechnung

Einfaches Beispiel

Ein Möbelgeschäft kauft Büromöbel für 5.000 Euro bei einem Lieferanten und erhält eine Rechnung mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen.

In diesem Fall ist der Lieferant der Kreditor, weil das Möbelgeschäft die Rechnung noch bezahlen muss. Gleichzeitig entsteht beim Möbelgeschäft eine Verbindlichkeit.

Verkauft das Möbelgeschäft anschließend Waren für 2.000 Euro an einen Firmenkunden auf Rechnung, ist dieser Kunde der Debitor. Das Möbelgeschäft besitzt nun eine Forderung gegenüber dem Kunden.

Damit kann dasselbe Unternehmen gleichzeitig Kreditoren und Debitoren haben.

Kreditorenbuchhaltung und Debitorenbuchhaltung

In größeren Unternehmen werden offene Rechnungen häufig in zwei Bereiche aufgeteilt.

Kreditorenbuchhaltung

Hier werden vor allem Eingangsrechnungen und Verbindlichkeiten verwaltet. Dazu gehören beispielsweise:

  • Rechnungen von Lieferanten erfassen
  • Zahlungsfristen überwachen
  • Rechnungen bezahlen
  • offene Verbindlichkeiten kontrollieren

Debitorenbuchhaltung

Hier geht es hauptsächlich um Ausgangsrechnungen und Forderungen. Typische Aufgaben sind:

  • Kundenrechnungen erstellen
  • Zahlungseingänge kontrollieren
  • offene Forderungen überwachen
  • Zahlungserinnerungen und Mahnungen bearbeiten

Merkhilfe

Die Begriffe lassen sich mit einer einfachen Perspektive unterscheiden:

Kreditor → bekommt Geld von uns.
Debitor → gibt Geld an uns.

Eine weitere Eselsbrücke ist:

  • Kreditor = Lieferant → wir müssen bezahlen
  • Debitor = Kunde → er muss bezahlen

Dabei sollte man immer die Perspektive des eigenen Unternehmens betrachten. Ein Geschäftspartner kann bei einem Unternehmen Kreditor und bei einem anderen Unternehmen Debitor sein.

Beispiel aus dem Geschäftsalltag

Ein Hersteller kauft Rohstoffe bei Unternehmen A und verkauft seine fertigen Produkte an Unternehmen B.

  • Unternehmen A: Kreditor des Herstellers, wenn der Hersteller die Rechnung noch nicht bezahlt hat.
  • Unternehmen B: Debitor des Herstellers, wenn Unternehmen B die gekauften Produkte noch nicht bezahlt hat.

Die gleiche Geschäftsbeziehung kann sich nach der Zahlung verändern: Sobald der Hersteller die Rechnung an Unternehmen A beglichen hat, besteht diese offene Kreditorenverbindlichkeit nicht mehr. Sobald Unternehmen B seine Rechnung bezahlt hat, ist die entsprechende Debitorenforderung ebenfalls ausgeglichen.

Warum sind die Begriffe wichtig?

Die Unterscheidung ist für die Buchhaltung und die finanzielle Kontrolle eines Unternehmens entscheidend. Sie zeigt, wem das Unternehmen Geld schuldet und von wem es noch Geld bekommt.

Besonders wichtig sind dabei:

  • Kontrolle offener Rechnungen
  • Planung der Zahlungsfähigkeit
  • Überwachung von Zahlungseingängen
  • Vorbereitung des Jahresabschlusses
  • Vermeidung von Zahlungsverzug
  • Verwaltung von Kunden- und Lieferantenkonten

Fazit

Der wichtigste Unterschied zwischen Kreditor und Debitor liegt in der Richtung der offenen Zahlung. Ein Kreditor ist ein Gläubiger, gegenüber dem das Unternehmen eine Verbindlichkeit hat, während ein Debitor ein Schuldner ist, gegenüber dem das Unternehmen eine Forderung besitzt. In der Praxis ist der Lieferant typischerweise der Kreditor und der Kunde mit einer offenen Rechnung der Debitor. Die einfache Merkhilfe lautet daher: Kreditor bekommt Geld von uns, Debitor schuldet uns Geld.