Unterschied Gesetz und Verordnung: Rechtsgrundlage – Erlass – Bedeutung

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Gesetz und Verordnung sind wichtige Bestandteile der deutschen Rechtsordnung, unterscheiden sich aber vor allem darin, wer sie erlässt und welche Funktion sie erfüllen. Ein Gesetz wird grundsätzlich vom Parlament beschlossen und schafft verbindliche rechtliche Regelungen. Eine Verordnung wird dagegen von einer dazu ermächtigten staatlichen Stelle, beispielsweise der Bundesregierung oder einem Ministerium, erlassen und konkretisiert häufig bereits bestehende Gesetze. Der Unterschied Gesetz und Verordnung liegt somit insbesondere in ihrer Entstehung, ihrer rechtlichen Grundlage und ihrem Regelungsbereich.

Was ist ein Gesetz?

Ein Gesetz ist eine allgemein verbindliche Rechtsnorm, die in einem förmlichen Gesetzgebungsverfahren beschlossen wird. Auf Bundesebene sind insbesondere der Deutsche Bundestag und – je nach Gesetz – der Bundesrat am Gesetzgebungsverfahren beteiligt.

Gesetze können beispielsweise Regelungen enthalten zu:

  • Arbeitsrecht
  • Steuerrecht
  • Mietrecht
  • Strafrecht
  • Verkehrsrecht
  • Sozialrecht

Ein Gesetz legt häufig grundlegende Rechte und Pflichten fest. Es kann außerdem bestimmen, dass bestimmte Einzelheiten später durch eine Verordnung geregelt werden dürfen.

Was ist eine Verordnung?

Eine Verordnung ist ebenfalls eine verbindliche Rechtsnorm, wird aber nicht direkt durch das Parlament als Gesetz beschlossen. Sie wird von einer staatlichen Stelle erlassen, die dazu gesetzlich ermächtigt wurde.

Eine Verordnung dient häufig dazu, die Vorgaben eines Gesetzes genauer auszugestalten. Sie kann beispielsweise technische Einzelheiten, Verfahren, Grenzwerte oder konkrete Anforderungen festlegen.

Typische Beispiele sind:

  • Regelungen zu technischen Sicherheitsanforderungen
  • bestimmte Vorgaben im Straßenverkehr
  • detaillierte Anforderungen im Arbeitsschutz
  • Vorschriften zur Durchführung gesetzlicher Regelungen

Gesetz und Verordnung im Vergleich

MerkmalGesetzVerordnung
ErlassDurch das Parlament im GesetzgebungsverfahrenDurch eine dazu ermächtigte staatliche Stelle
GrundlageVerfassung und GesetzgebungsverfahrenErmächtigung durch ein Gesetz
FunktionSchafft grundlegende rechtliche RegelungenKonkretisiert häufig gesetzliche Vorgaben
RegelungsebeneÜbergeordnetUnterhalb des Gesetzes
ÄnderungDurch ein neues oder geändertes GesetzDurch Änderung oder Erlass einer Verordnung
BeispielBürgerliches Gesetzbuch (BGB)Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)

Wer erlässt eine Verordnung?

Eine Verordnung darf nicht einfach von jeder Behörde nach Belieben erlassen werden. Voraussetzung ist grundsätzlich eine gesetzliche Ermächtigung. Das bedeutet: Ein Gesetz muss festlegen, dass eine bestimmte Stelle bestimmte Regelungen durch Verordnung treffen darf.

Je nach gesetzlicher Ermächtigung können beispielsweise folgende Stellen beteiligt sein:

  1. Bundesregierung
  2. Bundesministerium
  3. Landesregierung
  4. andere dazu ermächtigte Behörden

Die genaue Zuständigkeit hängt davon ab, welches Gesetz die Ermächtigung enthält.

Wie hängen Gesetz und Verordnung zusammen?

Gesetz und Verordnung stehen in einem hierarchischen Verhältnis. Eine Verordnung darf einem übergeordneten Gesetz nicht widersprechen. Sie bewegt sich innerhalb der Grenzen, die durch die gesetzliche Ermächtigung vorgegeben werden.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Gesetz:
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass bestimmte Produkte Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen.

Verordnung:
Eine darauf beruhende Verordnung legt genauer fest, welche technischen Anforderungen oder Prüfverfahren einzuhalten sind.

Dadurch kann der Gesetzgeber grundlegende Vorgaben festlegen, während Einzelheiten flexibler durch eine Verordnung geregelt werden können.

Was passiert bei einem Widerspruch?

Eine Verordnung steht grundsätzlich unterhalb des Gesetzes. Wenn eine Verordnung einer höherrangigen gesetzlichen Regelung widerspricht, kann sie rechtlich problematisch beziehungsweise unwirksam sein.

Deshalb gilt vereinfacht:

  • Verfassung steht über dem Gesetz.
  • Gesetz steht über der Verordnung.
  • Verordnungen müssen auf einer entsprechenden gesetzlichen Ermächtigung beruhen.
  • Eine Verordnung darf die Grenzen dieser Ermächtigung nicht überschreiten.

Einfach erklärt

Der Unterschied lässt sich mit einem einfachen Bild erklären: Das Gesetz legt die grundlegenden Spielregeln fest, während eine Verordnung bestimmte Einzelheiten dieser Regeln genauer beschreibt. Das Gesetz wird im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren beschlossen, während eine Verordnung aufgrund einer gesetzlichen Ermächtigung von einer zuständigen staatlichen Stelle erlassen wird.

Fazit

Der Unterschied Gesetz und Verordnung besteht vor allem darin, dass ein Gesetz im förmlichen Gesetzgebungsverfahren beschlossen wird, während eine Verordnung auf einer gesetzlichen Ermächtigung beruht. Gesetze enthalten häufig grundlegende und wesentliche Regelungen, während Verordnungen diese Vorgaben näher konkretisieren. Eine Verordnung darf dabei nicht einfach den Inhalt eines Gesetzes verändern oder ihm widersprechen. Wer den Unterschied Gesetz und Verordnung versteht, kann die verschiedenen Ebenen des deutschen Rechtssystems besser einordnen.