Funktion von Geld beschreibt die grundlegenden Aufgaben, die Geld in einer modernen Volkswirtschaft erfüllt. Geld erleichtert den Austausch von Waren und Dienstleistungen und macht wirtschaftliche Beziehungen wesentlich einfacher. Darüber hinaus ermöglicht es, Preise zu vergleichen und wirtschaftliche Werte in einer einheitlichen Einheit auszudrücken. Zu den klassischen Geldfunktionen gehören insbesondere die Funktion als Tausch- und Zahlungsmittel, als Recheneinheit und als Wertaufbewahrungsmittel.
Was ist Geld und warum wird es benötigt?
Geld ist aus dem modernen Wirtschaftsleben kaum wegzudenken. Menschen verwenden es beim Einkaufen, Unternehmen bezahlen damit Beschäftigte und Lieferanten, Staaten erheben Steuern und Banken vergeben Kredite. Hinter diesen unterschiedlichen Vorgängen stehen gemeinsame wirtschaftliche Funktionen, durch die Geld den Austausch und die Organisation einer arbeitsteiligen Wirtschaft ermöglicht.
In einer einfachen Tauschwirtschaft müssten zwei Personen jeweils etwas besitzen, das die andere Person gleichzeitig haben möchte. Wer beispielsweise Brot gegen Schuhe tauschen möchte, müsste einen Schuhmacher finden, der Brot benötigt und bereit ist, dafür Schuhe abzugeben. Dieses Problem wird als fehlende Übereinstimmung der Bedürfnisse beim direkten Tausch beschrieben.
Geld löst dieses Problem, weil es als allgemein akzeptiertes Zwischenmittel eingesetzt werden kann. Eine Person kann ihre Arbeitsleistung oder ein Produkt gegen Geld verkaufen und dieses Geld anschließend für völlig andere Waren und Dienstleistungen verwenden.
Die Deutsche Bundesbank hebt deshalb hervor, dass Geld insbesondere den Handel erleichtert und die arbeitsteilige Wirtschaft unterstützt.
Die drei klassischen Funktionen des Geldes
In der Volkswirtschaftslehre werden traditionell drei zentrale Funktionen unterschieden:
| Geldfunktion | Zentrale Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Tausch- und Zahlungsmittel | Ermöglicht den Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen | Ein Kunde bezahlt einen Einkauf |
| Recheneinheit | Macht Werte und Preise vergleichbar | Ein Fahrrad kostet 800 Euro |
| Wertaufbewahrungsmittel | Ermöglicht die Übertragung von Kaufkraft in die Zukunft | Geld wird für einen späteren Kauf gespart |
Diese drei Funktionen hängen eng miteinander zusammen. Damit Geld seine Aufgaben zuverlässig erfüllen kann, muss es unter anderem allgemein akzeptiert, ausreichend teilbar und möglichst wertbeständig sein.
Geld als Tausch- und Zahlungsmittel
Die wichtigste und unmittelbarste Funktion des Geldes besteht darin, als Tausch- und Zahlungsmittel zu dienen. Geld ermöglicht es, Waren und Dienstleistungen zu erwerben, ohne dass gleichzeitig eine andere Ware angeboten werden muss.
Ein Arbeitnehmer stellt beispielsweise seine Arbeitskraft einem Unternehmen zur Verfügung und erhält dafür ein Gehalt. Mit diesem Geld kann er anschließend Lebensmittel kaufen, seine Miete bezahlen, eine Fahrkarte erwerben oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
Ohne Geld wäre eine solche wirtschaftliche Organisation wesentlich komplizierter. Jeder Marktteilnehmer müsste ständig nach passenden Tauschpartnern suchen.
Geld erleichtert die Arbeitsteilung
Die moderne Wirtschaft basiert auf Spezialisierung und Arbeitsteilung. Ein Landwirt produziert Lebensmittel, ein Ingenieur entwickelt technische Produkte, eine Ärztin bietet medizinische Leistungen an und ein Handwerker übernimmt Reparaturen.
Diese Menschen produzieren normalerweise nicht alles selbst, was sie zum Leben benötigen. Geld ermöglicht ihnen, sich auf bestimmte Tätigkeiten zu spezialisieren und die daraus erzielten Einkommen anschließend für andere Güter einzusetzen.
Damit schafft Geld eine Verbindung zwischen unterschiedlichen Bereichen der Wirtschaft.
Geld als Zahlungsmittel für Schulden
Die Zahlungsfunktion beschränkt sich außerdem nicht auf den unmittelbaren Kauf von Waren. Geld wird beispielsweise auch verwendet, um Kredite zurückzuzahlen, Rechnungen zu begleichen oder vertragliche Verpflichtungen zu erfüllen. Die Bundesbank unterscheidet deshalb zwischen der Tauschfunktion und der weiter gefassten Zahlungsmittelfunktion.
Typische Beispiele sind:
- Bezahlung von Waren im Einzelhandel
- Zahlung von Dienstleistungen
- Überweisung von Gehältern
- Begleichung von Rechnungen
- Rückzahlung von Krediten
- Zahlung von Steuern und Abgaben
- Übertragung von Geld zwischen Privatpersonen und Unternehmen
Geld als Recheneinheit
Die zweite zentrale Funktion besteht darin, Geld als Recheneinheit zu verwenden. Geld stellt einen gemeinsamen Maßstab zur Bewertung wirtschaftlicher Güter und Leistungen bereit.
Ein Smartphone kann beispielsweise 700 Euro kosten, ein Fahrrad 800 Euro und ein Laptop 1.200 Euro. Durch die gemeinsame Einheit Euro können diese Werte unmittelbar miteinander verglichen werden.
Ohne eine solche Recheneinheit wäre das wirtschaftliche Vergleichen wesentlich komplizierter.
Geld schafft einen gemeinsamen Wertmaßstab
Nehmen wir an, es gibt 100 verschiedene Waren. Ohne Geld müssten theoretisch die jeweiligen Tauschverhältnisse zwischen den Waren bestimmt werden. Die Bundesbank erläutert, dass sich bei 100 Waren 4.950 mögliche Tauschverhältnisse ergeben würden. Mit einer gemeinsamen Geldeinheit reicht dagegen grundsätzlich ein Preis für jede Ware, um ihre Werte miteinander vergleichbar zu machen.
Das zeigt, wie stark Geld die wirtschaftliche Kommunikation vereinfacht.
Geldpreise ermöglichen unter anderem:
- den Vergleich verschiedener Produkte
- die Berechnung von Produktionskosten
- die Ermittlung von Umsätzen
- die Berechnung von Gewinnen und Verlusten
- die Bewertung von Vermögenswerten
- die Planung von Investitionen
- die Erstellung wirtschaftlicher Statistiken
Auch Arbeitsleistungen können mithilfe von Geld bewertet werden. Ein Unternehmen kann beispielsweise die Kosten einer Arbeitsstunde mit den Kosten einer Maschine oder eines Rohstoffs vergleichen.
Geld und Preisbildung
Der Preis eines Produkts wird in einer Geldwirtschaft in einer bestimmten Geldeinheit angegeben. Dadurch erhalten Käufer und Verkäufer eine gemeinsame Grundlage für wirtschaftliche Entscheidungen.
Ein Preis von 50 Euro vermittelt beispielsweise eine Information darüber, welche Menge an Geld für ein bestimmtes Gut verlangt wird. Preise sind damit nicht nur Zahlen, sondern wichtige Signale innerhalb einer Marktwirtschaft.
Geld als Wertaufbewahrungsmittel
Die dritte klassische Funktion ist die Wertaufbewahrung. Geld ermöglicht es, wirtschaftliche Kaufkraft von der Gegenwart in die Zukunft zu übertragen.
Wer heute 500 Euro verdient und davon nicht alles ausgibt, kann einen Teil des Geldes aufbewahren und später verwenden. Dadurch müssen Einkommen und Ausgaben nicht zum gleichen Zeitpunkt stattfinden.
Die Bundesbank beschreibt diese Funktion als Möglichkeit, Geld aufzubewahren, für größere Anschaffungen zu sparen oder es später beziehungsweise über einen Kredit anderen zur Verfügung zu stellen.
Kaufkraft und Geldwert
Damit Geld als Wertaufbewahrungsmittel funktioniert, muss seine Kaufkraft möglichst stabil bleiben. Wenn die Preise vieler Waren und Dienstleistungen steigen, kann derselbe Geldbetrag in Zukunft weniger kaufen.
Beispielsweise können 1.000 Euro heute für eine bestimmte Menge an Waren ausreichen, während derselbe Betrag nach einer längeren Phase deutlich gestiegener Preise eine geringere Kaufkraft besitzt.
Deshalb ist Preisstabilität für die Funktion des Geldes von großer Bedeutung. Die Europäische Zentralbank erklärt ebenfalls, dass Geld als Wertaufbewahrungsmittel seinen Wert im Zeitverlauf möglichst bewahren soll.
Welche Eigenschaften muss Geld besitzen?
Damit Geld seine Funktionen erfüllen kann, benötigt es bestimmte Eigenschaften. Die Deutsche Bundesbank nennt insbesondere Teilbarkeit, Wertbeständigkeit und allgemeine Akzeptanz.
Wichtige Eigenschaften sind:
- Allgemeine Akzeptanz: Menschen müssen bereit sein, Geld als Zahlungsmittel anzunehmen.
- Teilbarkeit: Geld muss in unterschiedliche Beträge aufgeteilt werden können.
- Haltbarkeit: Geld sollte nicht schnell unbrauchbar werden.
- Wertbeständigkeit: Die Kaufkraft sollte möglichst stabil bleiben.
- Transportierbarkeit: Geld sollte sich leicht übertragen lassen.
- Erkennbarkeit: Echtes Geld sollte zuverlässig von Fälschungen unterschieden werden können.
- Knappheit: Geld darf nicht beliebig und ohne wirtschaftliche Begrenzung verfügbar sein.
Diese Eigenschaften erklären, warum sich Geldformen im Laufe der Geschichte verändert haben.
Formen des Geldes
Geld hat heute unterschiedliche Erscheinungsformen. Dazu gehören insbesondere Bargeld und Buchgeld.
Bargeld
Bargeld besteht aus Banknoten und Münzen. Es kann direkt von einer Person an eine andere übertragen werden und benötigt für eine Zahlung grundsätzlich kein Bankkonto oder eine digitale Infrastruktur.
Im Euroraum sind Euro-Banknoten und Euro-Münzen gesetzliches Zahlungsmittel. Die Bundesbank weist außerdem darauf hin, dass Bargeld die einzige Form von Zentralbankgeld ist, die von der Bevölkerung unmittelbar genutzt werden kann.
Buchgeld
Ein großer Teil der heutigen Zahlungen erfolgt nicht mit Banknoten und Münzen, sondern über Bankkonten. Guthaben auf Girokonten werden als Buchgeld bezeichnet.
Dazu gehören beispielsweise:
- Überweisungen
- Kartenzahlungen
- Lastschriften
- Online-Zahlungen
- bestimmte mobile Zahlungsformen
Die Europäische Zentralbank erklärt, dass ein großer Teil der Zahlungen mit Geschäftsbankengeld erfolgt.
Die Bedeutung von Geld für die moderne Wirtschaft
Geld ist nicht nur ein praktisches Zahlungsmittel für den Alltag. Es bildet eine Grundlage für komplexe wirtschaftliche Beziehungen.
Unternehmen können beispielsweise ihre Einnahmen und Ausgaben planen, Investitionen bewerten und Arbeitskräfte bezahlen. Haushalte können Einkommen erhalten, sparen und Konsumentscheidungen treffen. Banken können Kredite vergeben und Zahlungen zwischen verschiedenen Wirtschaftsteilnehmern ermöglichen.
Ohne eine gemeinsame Geldeinheit wäre die moderne arbeitsteilige Wirtschaft nur schwer vorstellbar.
Geld und wirtschaftliche Planung
Geld ermöglicht es, zukünftige wirtschaftliche Entscheidungen zu planen. Ein Unternehmen kann beispielsweise berechnen, ob sich die Anschaffung einer neuen Maschine lohnt. Dazu werden Anschaffungskosten, erwartete Einnahmen, laufende Kosten und mögliche Gewinne in Geldwerten miteinander verglichen.
Auch private Haushalte können Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen:
| Bereich | Beispiel |
|---|---|
| Monatliches Einkommen | 2.500 € |
| Miete und Nebenkosten | 900 € |
| Lebensmittel | 400 € |
| Verkehr | 200 € |
| Versicherungen | 150 € |
| Freizeit und sonstige Ausgaben | 300 € |
| Verbleibender Betrag | 550 € |
Die Geldfunktion als Recheneinheit macht eine solche Gegenüberstellung überhaupt erst einfach und übersichtlich.
Geld, Vertrauen und Preisstabilität
Ein entscheidender Faktor für die Funktionsfähigkeit des Geldes ist Vertrauen. Ein Geldschein besitzt heute nur einen geringen materiellen Wert. Trotzdem wird er akzeptiert, weil Menschen darauf vertrauen, dass andere Menschen ihn ebenfalls akzeptieren werden.
Dieses Vertrauen betrifft sowohl das Zahlungsmittel als auch die zukünftige Kaufkraft.
Die Bundesbank betont, dass heutiges Geld weitgehend keinen eigenen Materialwert besitzt und deshalb Vertrauen in seinen Wert eine zentrale Rolle spielt. Im Eurosystem arbeiten die Zentralbanken daran, Preisstabilität und damit die Grundlage dieses Vertrauens zu sichern.
Geld im digitalen Zeitalter
Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie Menschen Geld verwenden. Während Bargeld physisch von einer Person zur anderen übergeben wird, können digitale Zahlungen innerhalb weniger Sekunden elektronisch abgewickelt werden.
Smartphones, Bankkarten und Online-Banking haben den Zahlungsverkehr stark verändert. Die grundlegenden Geldfunktionen bleiben jedoch bestehen.
Auch bei einer kontaktlosen Kartenzahlung erfüllt Geld weiterhin die Funktion als Zahlungsmittel. Ein Preis in einer Online-Anwendung zeigt weiterhin Geld als Recheneinheit, und ein Guthaben auf einem Konto kann weiterhin der Wertaufbewahrung dienen.
Die Form des Geldes kann sich also verändern, während seine grundlegenden wirtschaftlichen Funktionen bestehen bleiben.
Kryptowährungen und die klassischen Geldfunktionen
Digitale Vermögenswerte wie Bitcoin werden häufig als alternatives Geld bezeichnet. Ökonomisch betrachtet ist jedoch entscheidend, in welchem Umfang sie die klassischen Geldfunktionen tatsächlich erfüllen.
Die Bundesbank weist darauf hin, dass Krypto-Assets die klassischen Geldfunktionen nur eingeschränkt erfüllen und insbesondere starken Wertschwankungen unterliegen können.
Bei der Beurteilung eines solchen Vermögenswerts können daher folgende Fragen gestellt werden:
- Wird er allgemein als Zahlungsmittel akzeptiert?
- Kann er zuverlässig als Recheneinheit verwendet werden?
- Behält er seinen Wert ausreichend stabil?
- Ist er für alltägliche wirtschaftliche Transaktionen geeignet?
Diese Kriterien verdeutlichen, dass nicht jedes digitale Zahlungsmittel automatisch dieselben Funktionen wie offizielles Geld erfüllt.
Warum die Geldfunktionen zusammengehören
Die drei klassischen Funktionen lassen sich nicht vollständig voneinander trennen. Ein Zahlungsmittel ist besonders nützlich, wenn sein Wert bekannt und vergleichbar ist. Eine Recheneinheit funktioniert besser, wenn die entsprechende Geldeinheit allgemein akzeptiert wird. Und eine Wertaufbewahrung ist nur dann sinnvoll, wenn das Geld auch später wieder für Zahlungen eingesetzt werden kann.
Man kann die Verbindung vereinfacht so darstellen:
Geld → akzeptiertes Zahlungsmittel → einheitliche Preise → wirtschaftliche Vergleichbarkeit → Speicherung von Kaufkraft → zukünftige Zahlungen
Damit wird deutlich, dass Geld mehr ist als Münzen, Banknoten oder Zahlen auf einem Konto. Es ist ein gesellschaftliches und wirtschaftliches System, das auf Akzeptanz, Vertrauen und funktionierenden Institutionen beruht.
Fazit
Die Funktion von Geld lässt sich im Kern auf drei klassische Aufgaben zurückführen: Geld dient als Tausch- und Zahlungsmittel, als Recheneinheit und als Wertaufbewahrungsmittel. Diese Funktionen ermöglichen Handel, Arbeitsteilung, Preisvergleiche, wirtschaftliche Planung und die Übertragung von Kaufkraft in die Zukunft. Damit Geld diese Aufgaben zuverlässig erfüllen kann, sind allgemeine Akzeptanz, Teilbarkeit, Haltbarkeit und insbesondere eine möglichst hohe Wertbeständigkeit wichtig. Insgesamt bildet Geld deshalb eine zentrale Grundlage moderner Volkswirtschaften und erleichtert nahezu alle Formen wirtschaftlicher Zusammenarbeit.
