Antidepressiva Liste: Wirkstoffgruppen – bekannte Medikamente – Wirkung und Anwendung

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Eine Antidepressiva Liste bietet einen Überblick über verschiedene Medikamente, die zur Behandlung depressiver Erkrankungen eingesetzt werden können. Antidepressiva unterscheiden sich unter anderem in ihrer Wirkweise, ihren Wirkstoffen, möglichen Nebenwirkungen und den jeweiligen Anwendungsgebieten. Einige Präparate werden auch bei bestimmten Angststörungen oder anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt. Die Auswahl eines geeigneten Medikaments sollte immer gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.

Was sind Antidepressiva?

Antidepressiva sind verschreibungspflichtige Medikamente, die hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Sie beeinflussen bestimmte Botenstoffe im Nervensystem und können dadurch Stimmung, Antrieb und andere Beschwerden verändern.

Die Wirkung setzt bei vielen Antidepressiva nicht sofort ein, sondern entwickelt sich häufig über mehrere Wochen. Dabei können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, beispielsweise:

  • der verwendete Wirkstoff
  • die Dosierung
  • die individuelle Verträglichkeit
  • die Art und Schwere der Beschwerden
  • weitere eingenommene Medikamente

Antidepressiva sollten nicht eigenständig begonnen, verändert oder abgesetzt werden.

Wichtige Gruppen von Antidepressiva

Antidepressiva lassen sich in verschiedene Wirkstoffgruppen einteilen. Zu den wichtigsten Gruppen gehören:

  1. SSRI – selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
  2. SNRI – Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
  3. Trizyklische Antidepressiva
  4. MAO-Hemmer
  5. NaSSA – noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva
  6. NDRI – Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer
  7. Weitere beziehungsweise atypische Antidepressiva

Die Gruppen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wirkmechanismen und ihres Nebenwirkungsprofils.

SSRI: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

SSRI gehören zu den häufig verwendeten Antidepressiva. Sie erhöhen die Verfügbarkeit des Neurotransmitters Serotonin im Gehirn, indem sie dessen Wiederaufnahme in Nervenzellen hemmen.

Bekannte Wirkstoffe sind:

  • Sertralin
  • Escitalopram
  • Citalopram
  • Fluoxetin
  • Paroxetin
  • Fluvoxamin

SSRI werden neben Depressionen teilweise auch bei bestimmten Angst- und Zwangsstörungen eingesetzt. Welche Substanz geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab.

SNRI: Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

SNRI beeinflussen sowohl Serotonin als auch Noradrenalin. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem:

  • Venlafaxin
  • Duloxetin
  • Desvenlafaxin

Diese Wirkstoffe werden insbesondere bei depressiven Erkrankungen eingesetzt. Je nach Wirkstoff bestehen zusätzliche Anwendungsgebiete, beispielsweise bestimmte Schmerzsyndrome.

Trizyklische Antidepressiva

Trizyklische Antidepressiva gehören zu den älteren Wirkstoffgruppen. Sie beeinflussen mehrere Botenstoffsysteme gleichzeitig und können deshalb ein breiteres Nebenwirkungsprofil besitzen.

Bekannte Wirkstoffe sind:

  • Amitriptylin
  • Clomipramin
  • Imipramin
  • Doxepin
  • Trimipramin

Einige dieser Medikamente werden neben Depressionen auch bei bestimmten chronischen Schmerzen oder Schlafproblemen eingesetzt. Die Anwendung hängt vom jeweiligen Wirkstoff und der ärztlichen Einschätzung ab.

Weitere Antidepressiva

Neben SSRI, SNRI und trizyklischen Antidepressiva gibt es weitere Wirkstoffgruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Mirtazapin – gehört zu den NaSSA
  • Bupropion – gehört zu den NDRI
  • Moclobemid – ein reversibler MAO-A-Hemmer
  • Agomelatin – wirkt über andere Mechanismen als klassische SSRI oder SNRI
  • Vortioxetin – beeinflusst verschiedene serotonerge Rezeptoren und den Serotonintransport

Nicht jedes Präparat ist für jede Person gleichermaßen geeignet.

Antidepressiva Liste mit Wirkstoffgruppen

WirkstoffgruppeBeispieleHauptsächlicher Wirkmechanismus
SSRISertralin, Escitalopram, FluoxetinBeeinflussung der Serotonin-Wiederaufnahme
SNRIVenlafaxin, DuloxetinBeeinflussung von Serotonin und Noradrenalin
Trizyklische AntidepressivaAmitriptylin, ImipraminBeeinflussung mehrerer Botenstoffsysteme
NaSSAMirtazapinBeeinflussung bestimmter noradrenerger und serotonerger Systeme
NDRIBupropionBeeinflussung von Noradrenalin und Dopamin
MAO-HemmerMoclobemidHemmung bestimmter Monoaminoxidase-Enzyme
Weitere WirkstoffeAgomelatin, Vortioxetinunterschiedliche Wirkmechanismen

Mögliche Nebenwirkungen

Wie bei anderen Medikamenten können auch Antidepressiva Nebenwirkungen verursachen. Welche Beschwerden auftreten, hängt stark vom Wirkstoff und von der jeweiligen Person ab.

Mögliche Nebenwirkungen können beispielsweise sein:

  • Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit oder Schlafprobleme
  • Schwindel
  • Schwitzen
  • Veränderungen des Appetits
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Veränderungen des Blutdrucks

Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen berücksichtigt werden.

Was sollte bei der Einnahme beachtet werden?

Bei Antidepressiva ist eine regelmäßige und ärztlich begleitete Anwendung wichtig. Einige Präparate können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder bestimmten Erkrankungen aufweisen.

Wichtige Punkte sind:

  1. Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen.
  2. Die Dosierung nicht selbstständig verändern.
  3. Antidepressiva nicht plötzlich ohne ärztliche Rücksprache absetzen.
  4. Andere Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel beim Arzt oder in der Apotheke angeben.
  5. Bei starken Nebenwirkungen oder einer deutlichen Verschlechterung der Stimmung zeitnah medizinische Hilfe suchen.

Besonders wichtig ist eine ärztliche Abklärung, wenn sich depressive Beschwerden deutlich verstärken oder Gedanken an Selbstverletzung beziehungsweise Suizid auftreten. In einer akuten Gefahrensituation sollte sofort der örtliche Notruf oder eine Notaufnahme kontaktiert werden.

Unterschiedliche Wirkung bei verschiedenen Personen

Antidepressiva wirken nicht bei allen Menschen gleich. Ein Medikament, das bei einer Person gut verträglich ist, kann bei einer anderen Person weniger geeignet sein oder stärkere Nebenwirkungen verursachen.

Deshalb berücksichtigt die Behandlung unter anderem:

  • bisherige Erfahrungen mit Medikamenten
  • andere Erkrankungen
  • weitere Medikamente
  • Alter und individuelle Situation
  • Art der Beschwerden
  • mögliche Nebenwirkungen

Eine medizinische Fachperson kann diese Faktoren bei der Auswahl berücksichtigen.

Fazit

Eine Antidepressiva Liste zeigt, dass es verschiedene Wirkstoffgruppen und zahlreiche einzelne Präparate zur Behandlung depressiver Erkrankungen gibt. Zu den bekannten Gruppen gehören SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva sowie weitere Wirkstoffe mit unterschiedlichen Mechanismen. Wirkung, Verträglichkeit und mögliche Nebenwirkungen können von Person zu Person erheblich variieren. Deshalb sollte die Auswahl, Dosierung und Änderung eines Antidepressivums immer ärztlich begleitet werden.